Presse

Die Hymnen:

Mit Hirn, Charme und Melone
Kling und Hudson im Haus der Springmaus
Das Stendhal Syndrom bezeichnet die buchstäblich überwältigende Wirkung von Kunstwerken auf die menschliche Psyche. Benannt nach dem französischen Romancier Stendhal, der dieses Phänomen in seinen Tagebüchern während eines Aufenthaltes in Florenz erstmals notierte, vermag ein Gemälde oder eine Skulptur bei einem empfänglichen Betrachter innere und äußere Erregung, Atemnot, Schweißausbrüche oder sogar einen Ohnmachtsanfall auszulösen. Das Gesamtkunstwerk „Mit Hirn, Charme und Melone“ des dynamischen Duos Sonja Kling (alias Emma von Piel) und John Hudson (John Steed) hingegen sorgt beim Betrachter für Amusement de luxe, wachsende Neugier und Begeisterungsanfälle in sehr selten gewordenem Ausmaß. Selbstredend präsentieren Kling und Hudson als smarte Neuro-Agenten in ihrer umwerfenden und unerreichten Science Comedy rund um das menschliche Gehirn auch das Stendhal Syndrom, als Teil einer ganzen Syndromgalerie, zu der die Vertreter Kleuver-Bucy, Capgras, Kurt Goldstein, Neglect und Savant zählen. Schon mit dem Titel der Show und ihren Bühnenoutfits in Anlehnung an die englische Kultfernsehserie „The Avengers“ gibt sich das Künstlerpaar als Liebhaber nostalgischer Unterhaltungswelten mit exquisit skurrilem Humor zu erkennen. Unterstützt von schrägen Animationen, Grafiken und Collagen auf der Bühnenleinwand, präsentieren Sonja Kling und John Hudson ihre Reise durch das menschliche Gehirn (und die Geschichte der Gehirnforschung) als nervenzehrenden wie augenzwinkernden Thriller inklusive Phantom-Armen, Jodelexkursen und surrenden Samuraischwertern. Man kann sich nicht sattsehen an dieser wahnwitzigen, extraordinären Wundertüte aus dem Zwischenreich von Varieté, Vaudeville, Gothic-Grusel, Hirn und feinem Zwirn. Überwältigend.
Hagen Haas, 24.11. 2014 (mit der freundlichen Genehmigung des Bonner General-Anzeigers)

In den Abgründen des Gehirns.
John Hudson und Sonja Kling zeigten im Neuen Theater Höchst, wie unterhaltsam Neurologie sein kann.

„Diese drei Pfund schwere Masse und Fett kann nachdenken über die Weiten des interstellaren Raums“, sagt Sonja Kling und seziert einen Blumenkohl. Seit 2004 gehört sie zum Ensemble der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“, doch im Neuen Theater entführte sie das Publikum mit ihrem Partner, dem Neuseeländer John Hudson (Ex- „Shenanigan Brothers“), in neurologische Sphären mit blitzenden Synapsen: Ihre „Travelling Brain Show“ ist eine skurrile Vaudeville-Revue in die Psyche und ihre faszinierenden Dysfunktionen. Als Neuro-Agenten Emma Piel (im Catsuit) und John Steed (mit Melone) erkunden sie komödiantisch die Abgründe des Gehirns, vom Stendal-Syndrom über die Poetische Epilepsie bis hin zum Savant-Syndrom, auch bekannt als Inselbegabung: Ein Amerikaner etwa, so führen sie aus, kann sich an jede Sekunde seines Lebens erinnern, seit er von einem Baseball am Kopf getroffen wurde. Kann man nun den IQ einer Generation steigern, indem man sie mit Bällen bewirft? Warum sprechen manche Menschen nach einem Koma oder einem Schlaganfall plötzlich eine andere Sprache? Kling und Hudson bieten Science Comedy vom Allerfeinsten. Die Fälle sind echt. Auf einem Gothic Friedhof erzählen die beiden vom Fall eines Mannes, der einen nagenden Phantomschmerz in seinem amputierten Arm verspürte, bis er das abgetrennte Glied ausgrub und die Maden darin sah. Der Schmerz verschwand mit dem Verbrennen des Arms. In Experimenten verdeutlichen sie, was Lord Russel Brain und Dr. Henry Head (die Namen sind nicht erfunden) meinten, als sie den Begriff des Körperbildes prägten: Das Bild, das unser Gehirn sich von unserem Körper macht. Sie erklären, wie Spiegelneuronen funktionieren, und warum etwa ein Prozent der Menschheit diese Neuronen nicht zu haben scheint: Man nennt sie Psychopathen – oder es sind Banker. Das Duo Kling / Hudson singt, tanzt, jodelt und doziert sich durch die Wissenschaft und sorgt dafür, dass ein Oxytocin-Schub durchs Publikum geht. hv
25.10. 2013 (mit der freundlichen Genehmigung der Frankfurter Neue Presse)

BONN.  Blitze zucken, Donner grollt, als ein englischer Gentleman, stilecht behütet von einer Melone, mit aufgespanntem Regenschirm auf die Bühne springt. Es ist John Steed (alias John Hudson).
Dicht gefolgt von einer großen Schönheit im geschmeidig-engen, schwarzledernen Catsuit, die den Namen Emma Piel (und nicht etwa Peel!) trägt, herzlichst willkommen Sonja Kling. “Mit Hirn, Charme und Melone” ist dieser denkwürdige Abend mit den beiden smarten Neuronen-Agenten im Pantheon Casino betitelt.
Die Zuschauer gehen auf eine unwiderstehliche Reise durch das menschliche Gehirn, voller verblüffender Fakten, Gimmicks und Live-Experimente. Dargeboten in einer umwerfenden Mischung aus flottem wissenschaftlichen Vortrag, pointiert-launigen Einspielfilmen und Grafiken, skurril-eleganter Vaudeville-Show mit Musik von Angelo Badalamenti und Henry Mancini, Gothic-Grusel-Einlagen zum Phantomschmerz (“Die Jagd nach dem verlorenen Arm”) und surrenden Samuraischwertern.
Überhaupt kein Zweifel: Das ist die mitreißendste, cleverste, charmanteste und originellste Science Comedy aller Zeiten.

Hagen Haas, 13.12.2012, (mit der freundlichen Genehmigung des Bonner General-Anzeigers)